Gefahren im Internet
"Cyber-Mobbing" wird es genannt. Schon Kinder und Jugendliche erleben es, dass über sie öffentlich in Chatforen schlecht gesprochen wird oder dass sie bedroht werden. Eltern ahnen oft nicht einmal, welch einem Druck ihre Schützlinge ausgesetzt sind.
Natürlich ist es für Schüler heute wichtig, Computerkenntnisse zu erlangen und sich im Umgang mit dem Internet auszukennen. Hier gilt aber auch wie beim Umgang mit dem Fernsehen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Wir lassen unsere Kinder (hoffentlich) nicht wahllos alle Sender und Programme zu jeder Uhrzeit sehen. Das würde nur Alpträume u.ä. hervorrufen. Wenn wir uns also im Vorfeld informieren, was für unsere Kinder im Fernsehen geeignet ist, warum dann nicht auch im Hinblick auf die Chatforen im Internet. Nicht alles, was Eltern nicht kennen, ist gut!
Die OV berichtete vor einigen Tagen folgendes:
Das Internet gehört für viele Schüler wie das Handy zum täglichen Leben. Und immer wieder tauschen sie sich über ,,Community"-Seiten aus. Doch was als Informationsplattform und Möglichkeit zum Chatten gedacht ist, kann auch missbraucht werden. So ist es in Steinfeld jetzt zu einem Fall auf der Internet-Plattform ,,VEC-Community" gekommen, bei dem ein Jugendlicher wochenlang beschimpft und beleidigt wurde und schließlich sogar eine Morddrohung erhalten hat. Nach einer Anzeige konnte der jugendliche Mobber ¬ ein Schüler der sechsten Klasse ¬schnell ermittelt werden. Die Polizei wollte sich auf OV-Anfrage nicht zu dem Fall äußern, da hier Kinder und Jugendliche betroffen seien. Verantwortlich für die Plattform ,,VEC-Community" ist die Firma Basecom aus Osnabrück. Patrick Geschke, Beauftragter für Kommunikation der Firma, zeigte sich unwissend über den Steinfelder Fall. Doch es sei ,,schon öfters der Fall gewesen", dass es in der Community zu Drohungen gekommen sei ¬auch zu Morddrohungen. Auch hätten einige Eltern deswegen schon Strafanzeigen gestellt. Es gebe zwar Filter, die bestimmte Worte in der ommunity nicht zuließen, eine permanente Kontrolle erfolge jedoch nicht. Auch Andreas Koch, Leiter der Don-Bosco-Schule, kennt das Thema. In jüngster Zeit sei ihm durch Schüler und auch Eltern vermehrt von solchen Vorfällen berichtet worden: ,,Es wird langsam aber sicher zu einem Thema." Er stellt aber auch klar, dass Cyber-Mobbing ausschließlich in der Freizeit und nicht in der Schule stattfinde. Insbesondere die Eltern seien bei der Konfrontation mit diesem Thema völlig unbedarft und vor allem hilflos, wenn ihre eigenen Kinder involviert seien. Koch: ,,Viele wissen leider nicht durch fehlendes PC-Knowhow und ganz besonders mangelndes Interesse oder durch ein ,Sich-nicht-Kümmern' ¬, wann, wie lange oder wie oft sich die Kinder und wo im Internet oder in sogenannten Foren/Portalen befinden." ,,Mobbing" beziehungsweise Unstimmigkeiten zwischen Kindern oder Jugendlichen habe es, so Koch, immer schon gegeben. ,,Aber das Herantragen von Beleidigungen, Bedrohungen, Gerüchten oder abgründigen Einfallsreichtum bis in den eigenen PC, rund um die Uhr, stellt für mich eine neue Dimension dar", sagt der Schulleiter. Insgesamt plädiert Koch dafür, dass schon in den Grundschulen stärker präventiv an diesem Thema gearbeitet werden muss. An ,,seiner" Schule hat es zu diesem Thema bereits Kurse zum Thema Medienkompetenz mit dem Experten Matthias Wolter gegeben. Wenn es zu Beleidigungen und Bedrohungen in den Foren kommt, sollten die Betroffenen sofort Anzeige erstatten. ,,Nur so kommen die Informationen und das Ausmaß bei den Sorge- und Erziehungsberechtigten der Täter an."



